Jüngste Störungen haben das Augenmerk vieler Unternehmen stärker auf das Thema Risiko gerichtet. Wie kann es am besten eingedämmt werden?
Laut führenden Branchenstudien meldeten über 70 % der CPOs im Jahr 2023 zunehmende Störungen in der Supply-Chain – ausgehend von einem ohnehin bereits angespannten Vorjahresniveau. Inflation, Lieferengpässe und ESG-Anforderungen wurden als wesentliche Problembereiche genannt. Unternehmen befassen sich zwar schon seit Jahrzehnten mit dem Risikomanagement, doch die jüngsten Turbulenzen haben das Thema deutlich in den Fokus der Führungsetage gerückt.
Während Unternehmen heute die Chancen und Risiken strategischer Entscheidungen gegeneinander abwägen, streben sie gleichzeitig nach mehr Resilienz – ein Ziel, das untrennbar mit der bewussten Abwägung und Auseinandersetzung mit Risiken verbunden ist.
Die aktuelle PWC CEO Survey zeigt deutlich: Immer mehr CEOs denken angesichts wachsender Zweifel an der langfristigen Tragfähigkeit bestehender Geschäftsmodelle über grundlegende Veränderungen nach – über Neuerfindung und strukturelle Neuausrichtung.
39 % nennen den Aufbau von Resilienz als zentralen Treiber – an erster Stelle steht jedoch mit 78 % die Wachstumsstrategie. Beides ist eng miteinander verknüpft: Eine resiliente Lieferkette ist ein entscheidender Faktor für nachhaltiges Wachstum.
Wenig überraschend verändert Technologie die Spielregeln, wenn es darum geht, Risiken gezielt zu steuern. Unser neuestes CPO-Briefing, das Sie hier herunterladen können, beleuchtet die breiten Auswirkungen technologischer Entwicklungen und zeigt konkret auf, wo und wie diese Veränderungen bereits stattfinden. Es gibt zwar nicht die eine ganzheitliche Universallösung für alle, doch die technologische Bandbreite bietet eine Vielzahl an Ansätzen, mit denen sich unterschiedliche Aspekte von Lieferanten- und Lieferkettenrisiken gezielt adressieren lassen.

Wie genau unterstützt Technologie das Risikomanagement?
Technologie ermöglicht es, Daten zu erfassen und zu verarbeiten, Aufgaben und Prozesse zu automatisieren und in einem Umfang und mit einer Komplexität zu arbeiten, die für Menschen und klassische Tabellenkalkulationen kaum realisierbar wären.
Im Kern verfolgen viele Unternehmen beim Risikomanagement einen pragmatischen Ansatz: eine breite Basisprüfung bei vielen Lieferanten – und zunehmend intensivere Risikoanalysen bei einer kleineren, strategisch relevanten oder besonders risikobehafteten Gruppe.
Unternehmen wünschen sich mehr Transparenz und bessere Einblicke in ihre Lieferketten – besonders bei Produkten und Dienstleistungen, bei denen Unterbrechungen erhebliche finanzielle oder reputative Risiken mit sich bringen können.
Dabei gilt es, eine sinnvolle Balance zu finden: zwischen dem, was notwendig ist, und dem, was sich im großen Maßstab operativ und wirtschaftlich umsetzen lässt.
10 Grundpfeiler zur Identifikation von Risiken
Zum Einstieg und als Grundlage für ein erfolgreiches Risikoprogramm müssen Sie drei zentrale Schritte durchführen:
1) Identifizieren Sie die Risiken, mit denen Ihr Unternehmen konfrontiert sein könnte.
2) Definieren Sie Ihre Risikobereitschaft – also in welchem Maß Ihre Organisation bereit ist, Risiken einzugehen und diese gegenüber Chancen abzuwägen.
3) Segmentieren Sie Ihre Lieferanten anhand Ihres Risikoprofils, um gezielt geeignete Maßnahmen ableiten zu können.
Unser Bericht betrachtet das Risiko anhand von 10 primären Säulen:
- FINANZIELL
- INFORMATION
- TECHNOLOGIE
- KUNDENWIRKUNG
- MENSCHEN
- SICHERHEIT
- WIDERSTANDSFÄHIGKEIT DER LIEFERKETTE
- UMWELTSCHUTZ
- SOZIAL
- REGIERUNG
Nicht alle der oben genannten Risiken werden für Ihr Unternehmen relevant sein und ihre Relevanz kann sich in bestimmten Lieferantenbeziehungen oder Lieferketten im Laufe der Zeit ändern. Um dies zu erkennen, sollten Sie verstehen, welche Daten, Informationen und Aktivitäten im fortlaufenden Managen Ihrer Lieferanten oder Ihrer Supply-Chain eine Rolle spielen.
Erste Ebene: Risikobewertung
Zweite Ebene: Risikomanagement
Dritte Ebene: Risikoagilität
Was für die Risikotransformation spricht
Risikomanagement ist kein isoliertes Projekt, sondern Teil einer umfassenden Unternehmenstransformation. Entsprechend sollte es auch behandelt werden: mit einem fundierten Veränderungskonzept, das operative und finanzielle Vorteile, die Unterstützung durch die Führungsebene, erforderliche Investitionen und mögliche Entwicklungspfade klar aufzeigt.
In einem Umfeld, das von Unsicherheit und Störungen geprägt ist, wird Risikomanagement zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Über 70 % der Chief Procurement Officer (CPO) berichten von steigenden Risiken im Einkauf und in der Supply-Chain – getrieben durch Inflation, Versorgungsengpässe und Herausforderungen hinsichtlich von ESG-Anforderungen. Die passende Strategie hängt von Ihren spezifischen Risiken ab – davon, wie hoch Ihre Risikobereitschaft ist und welches Budget zur Verfügung steht. Ob Risikobewertung (Risk Assurance), Risikomanagement oder Risikoagilität: Risiken entwickeln sich stetig weiter – und genau deshalb braucht es Strukturen und Prozesse, die Agilität und Resilienz ermöglichen. Sie sind die entscheidenden Faktoren für zukunftsfähige Geschäftsmodelle.