23 September 2026
Themen in diesem Artikel
  • Nachhaltigkeit
  • Net Zero | Scope 3

Was sind Scope 1, 2, 3-Emissionen?

In den letzten Jahren haben Unternehmen aus aller Welt die Standards des Greenhouse Gas Protocols (GHG, deutsch: Treibhausgasprotokoll) implementiert.

Das GHG Protocol ist eine Initiative des World Resources Institute und des Business Council for Sustainable Development und soll Standards für die Bilanzierung und das Berichtswesen, sektorspezifische Leitlinien, Kalkulationstools und Schulungen für Unternehmen und Behörden bereitstellen.

Das umfassende und standardisierte globale Rahmenwerk findet bei der Messung und der Verwaltung von Emissionen Anwendung, die in der Privatwirtschaft und der öffentlichen Hand, in Wertschöpfungsketten, der Produktfertigung oder in Städten entstehen.

Mit dem Übereinkommen von Paris, das im Dezember 2015 bei der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen zum Klimawandel verabschiedet wurde, haben sich alle teilnehmenden Länder zur Begrenzung der globalen Erwärmung und zur sukzessiven Reduzierung von Emissionen verpflichtet.

Das GHG Protocol wurde seitdem um eine neue Methodik für Emissionen in der Logistik ergänzt. So konnten Regierungen weitere Standards, Tools und Online-Schulungen entwickeln, die Länder und Unternehmen bei der Verfolgung ihrer Fortschritte auf dem Weg zu ihren Klimazielen unterstützen.

Drei Arten von Emissionen

Für Unternehmen wurden die Emissionen, die sie verursachen, in drei Kategorien, sogenannte „Scopes“, eingeteilt.

Diese vom GHG Protocol definierten Scopes beziehen sich darauf, wo diese Emissionen entstehen. Im Einzelnen sind das:

Scope 1

Scope 1 umfasst Emissionen, die direkt aus unternehmenseigenen oder der Kontrolle des Unternehmens unterliegenden Betriebsabläufen entstehen.

Dazu gehört beispielsweise der Energieverbrauch am Standort durch Heizung oder Kühlung sowie Treibstoff für Fahrzeuge, die dem Unternehmen gehören oder von ihm geleast werden.

Scope 2

Scope 2 fasst alle indirekten Treibhausgasemissionen zusammen, die bei der Erzeugung der vom Unternehmen bezogenen Wärme und Energie entstehen.

Beispiele hierfür sind Strom, Dampf, Heizenergie oder Kühlung.

Scope 3

Scope 3 beinhaltet indirekte Emissionen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmen verursacht werden, aber nicht in Scope 2 fallen, einschließlich vor- und nachgelagerter Emissionen. Diese Emissionen können in gekauften Waren oder Dienstleistungen, vor- oder nachgelagertem Transport und Distribution sowie bei Fahrtwegen von Mitarbeitenden zum Arbeitsplatz oder Geschäftsreisen, geleasten Anlagen oder der Abfallentsorgung anfallen.

Warum müssen Emissionen gemessen werden?

Unternehmen reagieren auf die steigenden Erwartungen von Kundinnen und Kunden, Mitarbeitenden und Regulierungsbehörden. Sie bemühen sich um eine verbesserte Berichterstattung und setzen sich stärker für die Umsetzung von Net-Zero-Verpflichtungen ein. Bei vielen Unternehmen wird die Berichterstattung zu Scope-1- und Scope-2-Emissionen im Fokus stehen. Viele müssen auch Scope-3-Emissionen und die gesamte Wertschöpfungskette einbeziehen.

Inzwischen ist allgemein anerkannt, dass es für den zukünftigen Erfolg der Wirtschaft und der Menschheit vermutlich nicht ausreicht, nur die Klimaziele einzuhalten. Es gilt, Netto-Null-Emissionen zu realisieren. Deshalb zielt die Science Based Targets Initiative (SBTi) darauf ab, Unternehmen bei ihrer Dekarbonisierung zu unterstützen. Der Corporate Net-Zero Standard bietet eine Methodik, effektiv aussagekräftige, wissenschaftsbasierte Ziele zu definieren, die genau das erreichen. Der Standard wurde in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen entwickelt und bietet einen einheitlichen Rahmen zur Zielsetzung für verschiedene Sektoren. Unternehmen können damit ihre Maßnahmen zur CO₂-Reduktion transparent kommunizieren und auf Klimaschutzanforderungen reagieren.

Der Rahmen umfasst vier zentrale Elemente: Zunächst werden kurzfristige Ziele definiert, danach langfristige Ziele. An dritter Stelle steht die Reduzierung von Emissionen der Wertschöpfungskette, an vierter die Realisierung von Netto-Null-Emissionen.

Zudem lassen sich über die Berichterstattung zentrale Akteure in der Wertschöpfungskette und entsprechende Schwachstellen und kritische Bereiche identifizieren. Mit diesem Verständnis können Unternehmen Ressourcen-, Energie- und Klimarisiken besser entgegenwirken.

Unternehmen, die bei der Berichterstattung ihrer Emissionen auf effektive Prozesse setzen, die auf Rahmenplänen wie dem SBTi-Standard basieren, werden sowohl kurzfristig aber auch langfristig davon profitieren. Neben mehr Transparenz und stärkerem Kundenvertrauen wird auch die Markenreputation verbessert. Das wirkt sich positiv auf Verbraucher- und Mitarbeiterengagement aus. Weitere Zahlen und Fakten finden Sie in unserem Bericht Investitionen in eine nachhaltige Lieferkette.

Häufig gestellte Fragen

Welche verschiedenen Arten von Scope-Emissionen gibt es?

Scope-1-Emissionen beziehen sich auf Emissionen aus unternehmenseigenen oder von Unternehmen kontrollierten Quellen. Scope-2-Emissionen umfassen indirekte Emissionen, die bei der Erzeugung von gekaufter Energie, Dampf, Wärme und Kühlung entstehen, die vom berichterstattenden Unternehmen verbraucht werden. Scope-3-Emissionen beinhalten alle weiteren indirekten Emissionen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens entstehen.

In unserer Scope-3-Infografik sehen Sie an einem Beispiel, welche Emissionen ein Laptop verursacht.

Wie werden Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen berechnet?

Mit einer Berechnung Ihrer Scope-Emissionen lassen sich Möglichkeiten identifizieren, negative Umweltauswirkungen zu reduzieren.

Scope-1- und Scope-2-Emissionen sind dabei am einfachsten zu ermitteln, da die Daten in der Regel ohne weiteres zugänglich sind. So muss ein Unternehmen beispielsweise berechnen, wie viel Treibstoff es am Standort und durch eingekauften Strom, Dampf, Heizenergie oder Kühlung von einem Energieversorgungsunternehmen verbraucht hat.

Die Berechnung von Scope-3-Emissionen ist schwieriger, da sie zum Großteil außerhalb des Wirkungsbereichs des Unternehmens in der Lieferkette verursacht werden. Dementsprechend sind die Berechnungen für die 15 Kategorien der Scope-3-Emissionen zunächst oft grobe Schätzungen, um kritische Bereiche zu identifizieren. Später können die Schätzungen dann schrittweise durch primäre Daten (zum tatsächlichen Verbrauch) präzisiert werden. Unternehmen oder Plattformen ziehen in der Regel zunächst Daten aus Rechnungen oder Bestellaufträgen heran und legen dann branchenspezifische Standardkennzahlen zugrunde. Im weiteren Verlauf können komplexere Datensätze verwendet werden. Lesen Sie mehr über  CO₂-Bilanzierung in diesem Blogbeitrag.

Wie lassen sich Scope-Emissionen senken?

Jede Person im Unternehmen kann einen Beitrag zur Emissionssenkung leisten. Alle internen Veränderungen können etwas bewirken, von der Abfallreduzierung in der Produktion bis hin zur Umstellung auf Online-Meetings. Auf Makroebene kann eine Neubewertung der aktuellen Procurement-Abläufe und -Strategien Scope-3-Emissionen beeinflussen. Nachhaltige Dekarbonisierungs- und Beschaffungsstrategien können durch eine effektive Zusammenarbeit mit Lieferanten weitere Emissionssenkungen bewirken.

Dekarbonisierung als Dienstleistung

Die Reduzierung von CO₂-Emissionen in Lieferketten ist eine der größten Herausforderungen für Unternehmen auf ihrem Weg zur Klimaneutralität. Mit Proximas Dienstleistungen zur Dekarbonisierung erhalten Unternehmen die Unterstützung eines datenorientierten Teams mit umfassender Erfahrung und Kompetenz in der Verhandlung und Abstimmung mit Lieferanten. Damit lassen sich Net-Zero-Ziele in der Lieferkette schneller erreichen.

Lieferketten sind komplex und können zahlreiche Komponenten umfassen. Es kann daher schwierig sein, den richtigen Ansatzpunkt zu finden. Proxima begleitet Sie von ersten Analysen bis hin zu zielgerichteten Maßnahmen. Wir unterstützen die Definition und Umsetzung von Net-Zero-Beschaffungsstrategien und Science-Based Targets. Mithilfe von Datentools und umfassender Expertise erhalten Sie einen ersten Überblick über wichtige Fokusbereiche sowie zukünftige Risiken und Kosten.

Nach Abstimmung der ersten Schritte erarbeiten wir gemeinsam mit Ihren Lieferanten und einen detaillierten Plan. Unter Anwendung pragmatischer, ausgewogener und strategischer Ansätze betrachten wir CO2-Emissionen als Bestandteil einer übergeordneten Wertformel, die sich einer von drei Kategorien zuordnen lässt.

Projekte mit klarer Zielsetzung

Schnelle Erfolge, bei denen CO2e-Einsparungen nicht erheblich sind, aber Strategie, Absicht und Fortschritt verdeutlichen.

Veränderungsprojekte

Die Änderung einer Spezifikation oder ein neuer Lieferant können eine Alternative mit geringeren CO2-Emissionen darstellen. Dafür sind umfassende Kenntnisse des Beschaffungsmarkts erforderlich, und es handelt sich um einen dauerhaften Prozess mit neuen, sich entwickelnden Lösungen.

Innovations- und Kollaborationsprojekte

Projekte und Lösungen, die es heute noch nicht gibt, die aber zukünftig vorstellbar sind – in Abhängigkeit von Rohmaterialien, Abfallentsorgung und der Zusammenarbeit von Lieferanten und Wettbewerbern für das Gemeinwohl.

Nachhaltiger Einkauf

Ein großer Teil der Nachhaltigkeitswirkung eines Unternehmens wird von Faktoren in der Lieferkette beeinflusst – durchschnittlich sind es über 80 %. Da Nachhaltigkeit weltweit immer mehr an Bedeutung gewinnt, insbesondere im Zusammenhang mit dem GHG Protocol, hat sich die nachhaltige Beschaffung zur Priorität entwickelt.

Proxima bietet Dienstleistungen im Bereich Nachhaltiger Einkauf und unterstützt Unternehmen mit der nötigen Expertise dabei, positive und dauerhafte Veränderungen zu bewirken.

Jedes Unternehmen ist anders. Daher umfassen unsere Dienstleistungen im Bereich nachhaltiger Einkauf folgende Aspekte:  

1 Fachkundige Insights – aktuelle und innovative Marktentwicklungen

2 Evaluierungsrahmen – helfen, Anforderungen an nachhaltige Beschaffung zu bestimmen

3 Beschaffungsmarkt – Expertise in Beschaffung und Veränderungsmanagement

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Sie möchten zielgerichtete und profitable Veränderungen herbeiführen? Dann kontaktieren Sie uns.

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